„Ich bin Orgel positiv.“

Seit über einem Jahr stehen wir unter dem Einfluss der „Corona-Virus-Pandemie“. Dies führte zu weitreichenden Veränderungen unseres bisher gewohnten Lebens. Zu den neuen „Normalitäten“ gehört u. a. das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung. Auf diese Weise erreichen wir einem besseren Schutz im gesellschaftlichen Miteinander, bei privaten und beruflichen Kontakten.

Unter den Auswirkungen der pandemischen Situation leidet besonders das Kulturleben in Deutschland. Vor allem die Live-Veranstaltungen sind nahezu vollständig zum Erliegen gekommen bzw. finden nur noch reduziert im virtuellen Raum statt. 

Auch die Orgelkultur ist davon betroffen, indem die meisten der etwa 50.000 Instrumente schweigen, die sonst regelmäßig in Kirchen, Konzertsälen, Salons, Wohnzimmern, Universitäten, Schulen, Museen oder als Musikautomaten und Drehorgeln auf Jahrmärkten oder Straßenfesten erklingen. 

Die 3.500 hauptamtlichen und zehntausende ehrenamtlichen Organisten können ihrer Profession oder ihrem Hobby nur noch selten öffentlich nachkommen. In den etwa 400 Orgelbaubetrieben mit etwa 1.800 Mitarbeitenden und 180 Auszubildenden müssen immer wieder Arbeits- und Projektabläufe umstrukturiert werden. 

Die Konferenz der Landesmusikräte in Deutschland hat die Orgel als „Instrument des Jahres 2021“ gewählt. In dieser ungewissen Situation hat sie damit gleichsam punktgenau den Nerv der Zeit getroffen, wie sich am Beispiel der vielen Fernseh- und Internet-Gottesdienste der letzten Monate belegen lässt. In diesen bedurfte und bedarf eine auf das Wort reduzierte Liturgie der Musik, die gleichermaßen Trost spendet und Hoffnung gibt. Selbst durch Lautsprecher an den Bildschirmen von Fernseher oder Computer vermag speziell der Orgelklang die jeweilige Stimmung zu tragen und die Gefühle beim Hören individuell zu erwecken. 

Hierbei zeigt sich, dass wohl kaum ein Instrument in seiner Klangbildung der menschlichen Stimme - von der Einzelstimme bis zum Chor - so nahekommt, wie das bei der Orgel der Fall ist: Die Orgel spricht die Menschen im direkten Gegenüber und unmittelbar an, denn Orgelspiel ist eine andere Art des Zuspruchs, die den rational verstandenen Text des Evangeliums und der Predigt auf einer emotionalen Ebene deutet und verinnerlicht. 

Genau das braucht es jetzt mehr denn je, weil Chor- und Gemeindegesang wegen der Infektionsgefahr nicht oder kaum möglich sind. Insofern ist es gut, dass in Kirchen Orgeln stehen und diese trotz finanzieller Schwierigkeiten so mancher Gemeinde aufgrund sinkender Mitgliederzahlen gepflegt und gespielt werden. 

Aufgrund der Faszination, die von diesen Instrumenten ausgeht, wird auch zukünftig, zu „normalen“ Zeiten, die Orgel einen festen Platz im Gottesdienst haben. Der Verlust, der beim Hören und Erleben oder beim begleiteten gemeinsamen Singen entstünde, ließe sich durch nichts anderes kompensieren. Davon sind viele Kulturliebhaber zunehmend überzeugt. 

Das Kulturnetzwerk „Deutsche Orgelstraße“ setzt deshalb einen Akzent für das Immaterielle Kulturerbe „Orgelbau und Orgelmusik“, das am 12. Dezember 2014 in das „Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes“ der Bundesrepublik Deutschland eingetragen und am 7. Dezember 2017 unter dem Titel „Organ Craftsmanship and Music“ in die „Liste des Immateriellen Kulturerbes der Menschheit“ der UNESCO aufgenommen worden ist: eine „Maske“, bedruckt mit den Pfeifen eines stilisierten Orgel-Prospekts und einem bewusst humorvoll-provozierenden Wortspiel. Hinzu kommt noch eine gewisse Metaphorik, indem der eigene Atem zwar durch den Stoff gebremst wird, doch dann gleichsam durch das Musikinstrument mit dem längsten Atem der Welt fließt.  Wenn Sie also diese Mund-Nasen-Bedeckung tragen, bringen Sie andere Menschen zum Staunen und Nachdenken – und vielleicht auch zum Schmunzeln oder Lachen, versteckt unter deren eigener „Maske“. Das Motto „Ich bin Orgel positiv.“ verweist – neben der Assoziation auf die Kleinorgel oder das gleichnamige Teilwerk in größeren Instrumenten – letztlich darauf, dass sich immer wieder Menschen begeistern lassen, Orgeln zu bauen, zu restaurieren, zu spielen, zu hören sowie Projekte und
Konzerte zu unterstützen.

In diesem Sinne: pro organo, gemeinsam für die Königin der Instrumente!
Prof. Dr. Michael G. Kaufmann,
Orgelsachverständiger

Hier können Sie die Maske bestellen:

Kosten: 6,90 € plus Versand
Bestellungen per E-Mail über info(at)waldkircher-orgelstiftung.de
Oder online: https://www.waldkircher-orgelstiftung.de/shop/#cc-m-product-18984009125

Im BILD: Markus Stein – Design der Mund-Nasen-Bedeckung